Il bacio di Cremona

Quando il lavoro paziente e appassionato di un maestro incontra l’amore che sa ascoltare.

Nella piccola bottega di Antonio Stradivari, il tempo aveva l’odore della segatura e della resina.

Lui lavorava legni che tutti scartavano: assi di botti rotte, tavole di barche, pezzi che nessuno voleva più. E da quei silenzi tirava fuori violini che sapevano piangere e ridere.

Ogni sera scendeva in piazza. Appoggiava il violino al mento e Cremona smetteva di parlare.

Tra la gente c’era sempre lei: Francesca Ferraboschi.

Non chiedeva nulla. Stava lì, con gli occhi chiusi, e lasciava che ogni nota le entrasse nel cuore.

Quella sera Antonio provò uno strumento nuovo, nato dal legno più imperfetto.

Le corde tremarono piano, poi cantarono.

Quando l’ultima nota morì, la piazza restò senza fiato.

La ragazza si avvicinò a lui, lo guardò con le lacrime agli occhi e gli disse: «Hai fatto piangere il mio cuore di felicità.»

Aveva ancora addosso il profumo della musica.

Non disse una parola.

Si alzò in punta di piedi verso di lui e lo baciò. Prese dalle sue labbra il suono che lui non era riuscito a dire.

Lui abbassò l’arco. Le mani, sporche di pece, le sfiorarono il viso.

Il 4 luglio 1667, nella chiesa di San Domenico, Antonio Stradivari e Francesca Ferraboschi si promisero tutto.

Lei fu la casa, la luce, la pazienza.

Lui le restituì quel bacio, in ogni violino che costruì.

Oggi i suoi strumenti valgono milioni.

Ma il più prezioso resta quello della prima sera: quello che nacque da un legno buttato via e da un bacio rubato alla musica.

La morale

Non è il legno a rendere immortale un violino. È il lavoro paziente, meticoloso e appassionato di chi lo costruisce, e l’amore con cui qualcuno lo suona.

Quando l’amore accorda il legno

Zaira Sellerio

Der Kuss von Cremona

Wenn die geduldige und leidenschaftliche Arbeit eines Meisters auf eine Liebe trifft, die zuhören kann

In der kleinen Werkstatt von Antonio Stradivari roch die Zeit nach Sägemehl und Harz.

Er arbeitete mit Hölzern, die alle anderen wegwarfen: Brettern aus zerbrochenen Fässern, Planken von Booten, Stücken, die niemand mehr haben wollte. Und aus dieser Stille ließ er Geigen entstehen, die zu weinen und zu lachen wussten.

Jeden Abend ging er auf den Platz hinunter. Er legte die Geige an sein Kinn, und Cremona verstummte.

Unter den Menschen war sie immer da: Francesca Ferraboschi.

Sie verlangte nichts. Sie stand einfach dort, mit geschlossenen Augen, und ließ jede Note in ihr Herz dringen.

An jenem Abend spielte Antonio auf einem neuen Instrument, das aus dem unvollkommensten Holz entstanden war.

Die Saiten zitterten sanft und begannen dann zu singen.

Als der letzte Ton verklang, hielt der ganze Platz den Atem an.

Die junge Frau trat auf ihn zu, sah ihn mit Tränen in den Augen an und sagte: „Du hast mein Herz vor Glück zum Weinen gebracht.“

Noch immer haftete ihr der Duft der Musik an.

Sie sagte kein Wort.

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, trat näher zu ihm und küsste ihn. Sie nahm von seinen Lippen den Klang, den er selbst nicht hatte aussprechen können.

Er senkte seinen Bogen. Seine von Kolophonium gezeichneten Hände berührten sanft ihr Gesicht.

Am 4. Juli 1667 versprachen sich Antonio Stradivari und Francesca Ferraboschi in der Kirche San Domenico alles.

Sie wurde sein Zuhause, sein Licht, seine Geduld.

Und er gab ihr diesen Kuss in jeder Geige zurück, die er baute.

Heute sind seine Instrumente Millionen wert.

Doch das kostbarste bleibt jenes aus jenem ersten Abend: dasjenige, das aus einem Stück weggeworfenen Holzes und einem der Musik gestohlenen Kuss entstand.

Die Moral

Nicht das Holz macht eine Geige unsterblich. Es ist die geduldige, sorgfältige und leidenschaftliche Arbeit dessen, der sie baut, und die Liebe, mit der jemand sie zum Klingen bringt.

Wenn die Liebe das Holz stimmt

Zaira Sellerio

 

Il bacio di Cremona Image by Grok
Il bacio di Cremona Image by Grok

Rezension

Mit Der Kuss von Cremona erzählt Zaira Sellerio die Geschichte von Antonio Stradivari aus einer intimen und poetischen Perspektive. Dabei rückt sie nicht nur den großen Geigenbauer in den Mittelpunkt, sondern auch den Menschen, seine Gefühle und die Liebe, die sein Leben und seine Kunst begleitet.

Die Geschichte von Stradivari und Francesca Ferraboschi wird mit einfachen und zugleich eindrucksvollen Bildern erzählt. Weggeworfenes Holz wird zu Musik, Stille wird zu Gefühl, und eine Begegnung wird zum Symbol einer Liebe, die dazu bestimmt ist, die Zeit zu überdauern.

Sellerios Sprache ist schlicht und lyrisch. Die Werkstatt, der Platz und der 4. Juli 1667 in der Kirche San Domenico werden zum Schauplatz einer Liebesgeschichte, die von Nähe, Geduld und Hingabe geprägt ist.

„Sie wurde sein Zuhause, sein Licht, seine Geduld. Und er gab ihr diesen Kuss in jeder Geige zurück, die er baute.“

Hier liegt die eigentliche Stärke der Erzählung: in der Verbindung von Liebe und Kunst, zwischen einem gelebten Gefühl und einem Werk, das dazu bestimmt ist, unsterblich zu werden.

„Nicht das Holz macht eine Geige unsterblich. Es ist die geduldige, sorgfältige und leidenschaftliche Arbeit dessen, der sie baut, und die Liebe, mit der jemand sie zum Klingen bringt.“

Der Kuss von Cremona ist eine zarte und stimmungsvolle Erzählung, die man langsam lesen sollte, um sich von der Atmosphäre Cremonas und von der Musik tragen zu lassen, die jede Seite zu begleiten scheint.

Eine Geschichte für alle, die Stradivari, die Musik und Cremona lieben und noch immer daran glauben, dass die Liebe eine Spur hinterlassen kann, die die Zeit überdauert.

 

 

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Antonio Stradivari: Die Geschichte hinter der Erzählung

Antonio Stradivari gilt als der bedeutendste Geigenbauer der Geschichte. Er wurde um 1644 in Cremona geboren und verbrachte fast sein gesamtes Leben in dieser lombardischen Stadt, wo er sich dem Bau von Violinen, Bratschen, Violoncelli und anderen Streichinstrumenten widmete.

Seine Tätigkeit erreichte zwischen dem späten 17. und den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Die Instrumente, die in dieser Zeit entstanden und die oft als seine „Goldene Periode“ bezeichnet wird, gelten noch heute als absolute Meisterwerke des Geigenbaus.

Stradivari beschränkte sich nicht darauf, bestehende Modelle zu verfeinern. Er untersuchte Form, Proportionen, Holzstärke und Lack mit großer Sorgfalt und trug damit zur Entwicklung klanglicher und konstruktiver Eigenschaften bei, die für die nachfolgenden Generationen von Geigenbauern zu einem Maßstab werden sollten.

1667 heiratete er Francesca Ferraboschi, mit der er eine große Familie gründete. Nach Francescas Tod heiratete Stradivari 1699 erneut, und zwar Antonia Maria Zambelli. Insgesamt hatte er zahlreiche Kinder, von denen einige, insbesondere Francesco und Omobono, die Tätigkeit ihres Vaters in der Familienwerkstatt fortführten.

Antonio Stradivari starb am 18. Dezember 1737 in Cremona im Alter von etwa 93 Jahren. Er wurde in der Kirche San Domenico im Grab der Familie Villani beigesetzt, das er für seine eigene Familie erworben hatte.

Die Kirche San Domenico wurde im 19. Jahrhundert abgerissen, und die ursprüngliche Grabstätte ging verloren. Die bei den Abrissarbeiten gefundenen Überreste konnten später nicht mehr zweifelsfrei einzelnen Personen zugeordnet werden.

Heute ist der Name Stradivari untrennbar mit Cremona verbunden. Seine Instrumente, die noch immer für ihre außergewöhnliche handwerkliche Qualität und ihren herausragenden Klang bekannt sind, werden in den bedeutendsten Sammlungen der Welt aufbewahrt und großen Interpreten der Musik anvertraut.

Zu den Musikern, die Instrumente von Stradivari gespielt haben, gehören einige der berühmtesten Namen der Musikgeschichte – von Niccolò Paganini über Yehudi Menuhin, David Oistrakh, Anne-Sophie Mutter und Salvatore Accardo bis hin zu zeitgenössischen Künstlern wie André Rieu.

Rieu hat insbesondere mehrere Stradivari-Instrumente besessen und gespielt. Dazu gehören eine Stradivari von 1667, das erste Instrument seiner Sammlung, das er viele Jahre auf seinen Tourneen verwendete, sowie eine Stradivari von 1732, die heute bei seinen Konzerten mit dem Johann Strauss Orchestra eine wichtige Rolle spielt.

Sein Vermächtnis beschränkt sich jedoch nicht auf das eines großen Handwerkers. Stradivari steht bis heute für die Verbindung von Kunst, Technik, Geduld und dem Streben nach Vollkommenheit – Werte, die eine Werkstatt in Cremona zu einem der berühmtesten Kapitel der Musikgeschichte gemacht haben.

 

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