{"id":237164,"date":"2026-08-30T16:21:17","date_gmt":"2026-08-30T16:21:17","guid":{"rendered":"https:\/\/swissfederalism.ch\/islanda-ue\/"},"modified":"2026-08-30T17:03:54","modified_gmt":"2026-08-30T17:03:54","slug":"island-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/island-eu\/","title":{"rendered":"Island bleibt ausserhalb der Europ\u00e4ischen Union"},"content":{"rendered":"<h1><span class=\"font-762333\">Island bleibt ausserhalb der Europ\u00e4ischen Union<\/span><\/h1>\n<h3><span class=\"font-762333\"><em>52,8 % der Isl\u00e4nder lehnen die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Br\u00fcssel ab. Ausschlaggebend waren der Schutz der Fischerei und der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/em><\/span><\/h3>\n<figure id=\"attachment_237149\" aria-describedby=\"caption-attachment-237149\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-237149 size-large\" src=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay-1024x710.png\" alt=\"Iceland flag Image by Kjrstie from Pixabay\" width=\"840\" height=\"582\" srcset=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay-1024x710.png 1024w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay-300x208.png 300w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay-768x532.png 768w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay-1536x1065.png 1536w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay-350x243.png 350w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/iceland-Image-by-Kjrstie-from-Pixabay.png 1919w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-237149\" class=\"wp-caption-text\"><span class=\"font-762333\">Iceland flag Image by Kjrstie from Pixabay<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span class=\"font-762333\">Island wird die Verhandlungen \u00fcber einen Beitritt zur Europ\u00e4ischen Union nicht wieder aufnehmen. Beim Referendum am <strong>Samstag, 29. August 2026<\/strong>, lehnten <strong>52,8 % der Isl\u00e4nderinnen und Isl\u00e4nder<\/strong> den Vorschlag der von der sozialdemokratischen Ministerpr\u00e4sidentin <strong>Kristr\u00fan Frostad\u00f3ttir<\/strong> gef\u00fchrten Mitte-links-Regierung ab, den Dialog mit Br\u00fcssel wieder aufzunehmen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-762333\">Das Referendum war formell nicht bindend, doch die Regierung hatte sich verpflichtet, das Ergebnis zu respektieren. Frostad\u00f3ttir hatte zudem angek\u00fcndigt, dass sie im Falle eines \u201eNein\u201c die Frage eines EU-Beitritts bis zum Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2028 nicht erneut aufgreifen werde. Das Parlament k\u00f6nnte nun auch \u00fcber einen formellen R\u00fcckzug des isl\u00e4ndischen EU-Beitrittsgesuchs beraten.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-762333\">Die Wahlbeteiligung war mit <strong>82,5 %<\/strong> aussergew\u00f6hnlich hoch. Das \u201eJa\u201c setzte sich lediglich in den beiden Wahlbezirken der Hauptstadt <strong>Reykjav\u00edk<\/strong> durch, w\u00e4hrend das \u201eNein\u201c in den vier anderen Bezirken mehr als 60 % erreichte. Das Ergebnis verdeutlicht die tiefe Spaltung des Landes in der Frage seiner europ\u00e4ischen Zukunft.<\/span><\/p>\n<h2><span class=\"font-762333\">Ein Land, das Europa bereits nahe ist<\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-762333\">Mit rund <strong>400.000 Einwohnern<\/strong> ist Island bereits eng in das europ\u00e4ische System integriert. Das Land ist kein EU-Mitglied, geh\u00f6rt jedoch der <strong>EFTA (Europ\u00e4ische Freihandelsassoziation)<\/strong> an, zusammen mit der <strong>Schweiz<\/strong>, <strong>Norwegen<\/strong> und <strong>Liechtenstein<\/strong>. \u00dcber die EFTA nimmt Island am <strong>Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum (EWR)<\/strong> teil und hat damit Zugang zum europ\u00e4ischen Binnenmarkt. Zudem geh\u00f6rt das Land zum <strong>Schengen-Raum<\/strong>.<\/span><\/p>\n<h3><span class=\"font-762333\">EFTA: Zusammenarbeit ohne Verzicht auf Souver\u00e4nit\u00e4t<\/span><\/h3>\n<p><span class=\"font-762333\">Die <strong>EFTA (Europ\u00e4ische Freihandelsassoziation)<\/strong> ist eine Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen <strong>Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz<\/strong>. Im Gegensatz zur <strong>EU<\/strong> handelt es sich nicht um eine politische Union und sie verf\u00fcgt nicht \u00fcber gemeinsame supranationale Institutionen. Die Mitgliedstaaten behalten ihre nationale Souver\u00e4nit\u00e4t vollst\u00e4ndig.<\/span><\/p>\n<h2><span class=\"font-762333\">Die Fischerei als entscheidender Faktor<\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-762333\">Im Mittelpunkt der \u201eNein\u201c-Kampagne stand vor allem die <strong>Fischerei<\/strong>, ein zentraler Wirtschaftszweig und wichtiger Bestandteil der nationalen Identit\u00e4t Islands. Ein EU-Beitritt h\u00e4tte die Anwendung der <strong>Gemeinsamen Fischereipolitik<\/strong> bedeutet und damit die Sorge verst\u00e4rkt, die Kontrolle \u00fcber Fangquoten und Meeresressourcen teilweise zu verlieren. Auch die <strong>Landwirtschaft<\/strong> w\u00e4re ein wichtiger und sensibler Punkt m\u00f6glicher Beitrittsverhandlungen gewesen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-762333\"><strong><a href=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/ees-schengen-drittstaatsangehoerige\/\">EES startet in Schengen f\u00fcr Drittstaatsangeh\u00f6rige<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<h2><span class=\"font-762333\">Br\u00fcssel respektiert das Abstimmungsergebnis<\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-762333\">Die <strong>Europ\u00e4ische Kommission<\/strong> erkl\u00e4rte, die Entscheidung der isl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung voll und ganz zu respektieren, und betonte, dass Island weiterhin \u201eeiner der engsten Partner\u201c der EU sei. Auch der Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates, <strong>Ant\u00f3nio Costa<\/strong>, und Frostad\u00f3ttir bekr\u00e4ftigten ihren Willen, die Beziehungen zwischen Reykjav\u00edk und Br\u00fcssel weiter zu st\u00e4rken.<\/span><\/p>\n<h2><span class=\"font-762333\">EU-Beitrittsfrage bis 2028 auf Eis<\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-762333\">Das Ergebnis stellt einen <strong>schweren R\u00fcckschlag f\u00fcr die EU<\/strong> dar. Br\u00fcssel h\u00e4tte die Wiederaufnahme der Verhandlungen begr\u00fcsst und war bereit, insbesondere bei den Themen Fischerei und Landwirtschaft nach Kompromissen zu suchen. Die Frage eines EU-Beitritts bleibt nun <strong>mindestens bis 2028 auf Eis<\/strong>.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-762333\">Island hatte <strong>2009<\/strong>, nach der schweren Finanzkrise, seinen EU-Beitrittsantrag eingereicht. Die Verhandlungen wurden jedoch 2013 nach dem Amtsantritt einer euroskeptischen Regierung ausgesetzt.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-762333\">Ausschlaggebend f\u00fcr das \u201eNein\u201c war vor allem die <strong>Fischerei<\/strong>, die fast <strong>40 % der isl\u00e4ndischen Exporte<\/strong> ausmacht. Die Sorge, die Kontrolle \u00fcber die eigenen Gew\u00e4sser zu verlieren, \u00fcberwog letztlich die Argumente der Regierung, die in einer Wiederaufnahme der Verhandlungen eine Chance zur St\u00e4rkung der <strong>wirtschaftlichen und geopolitischen Stabilit\u00e4t<\/strong> des Landes sah.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-762333\">Das Ergebnis bedeutet damit einen R\u00fcckschlag f\u00fcr die Mitte-links-Koalition, aber <strong>keine Abkehr von Europa<\/strong>: Island bleibt \u00fcber <strong>EFTA, EWR und Schengen<\/strong> eng mit Europa verbunden und bewahrt gleichzeitig seine nationale Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\"><a href=\"https:\/\/k16trade.ch\/raw-coffee\/\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/FullLogo_Transparent_NoBuffer-300x145.png\" alt=\"K16 TRADE &amp; CONSULTING SWITZERLAND\" width=\"300\" height=\"145\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>52,8 % der Isl\u00e4nder lehnen die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Br\u00fcssel ab. 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