{"id":160352,"date":"2022-08-01T12:13:27","date_gmt":"2022-08-01T12:13:27","guid":{"rendered":"https:\/\/swissfederalism.ch\/festa-del-1-agosto-2022-discorso-del-presidente-della-confederazione-ignazio-cassis-a-knonau\/"},"modified":"2022-08-01T14:29:30","modified_gmt":"2022-08-01T14:29:30","slug":"1-august-feier-2022-rede-bundespraesidenten-knonau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/1-august-feier-2022-rede-bundespraesidenten-knonau\/","title":{"rendered":"1. August-Feier 2022: Rede des Bundespr\u00e4sidenten in Knonau"},"content":{"rendered":"<h1><span class=\"font-377884\">1. August-Feier 2022: <\/span><span class=\"font-377884\">Rede des Bundespr\u00e4sidenten Ignazio Cassis auf dem Bauernhof St\u00f6ckweid in Knonau (ZH) <\/span><\/h1>\n<h3><span class=\"font-377884\"><em>Bundespr\u00e4sident Ignazio Cassis (FDP) machte die erste Etappe seiner &#8222;Tour de Suisse&#8220; mit dem Zug in Knonau ZH auf dem Bauernhof St\u00f6ckweid und sprach dar\u00fcber, dass in der heutigen Welt nichts mehr selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/em><\/span><\/h3>\n<figure id=\"attachment_160330\" aria-describedby=\"caption-attachment-160330\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/festa-del-1-agosto-2022-discorso-del-presidente-della-confederazione-ignazio-cassis-a-knonau\/fzdhdhzxgaatjxf\/\" rel=\"attachment wp-att-160330\"><img decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-160333\" src=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/FZDhdhZXgAATjxF-1024x682.jpg\" alt=\"Il Presidente della Confederazione Ignazio Cassis dialoga con alcuni passeggeri in treno durante il suo viaggio attraverso la Svizzera per lee allocuzioni del 1. Agosto \u00a9Ignazio Cassis on Twitter\" width=\"840\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/FZDhdhZXgAATjxF-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/FZDhdhZXgAATjxF-300x200.jpg 300w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/FZDhdhZXgAATjxF-768x512.jpg 768w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/FZDhdhZXgAATjxF.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-160330\" class=\"wp-caption-text\"><span class=\"font-377884\">Bundespr\u00e4sident Ignazio Cassis im Gespr\u00e4ch mit jungen Zugreisenden auf dem Weg durch die Schweiz zur 1. August-Rede \u00a9 Ignazio Cassis on Twitter<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span class=\"font-377884\">Herr Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Herr Pr\u00e4sident des Z\u00fcrcher Bauernverbandes<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Vertreterin und Vertreter des Bauernverbandes<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Liebe Gastgeber<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Werte G\u00e4ste<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Liebe Anwesende<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Vielen Dank f\u00fcr Ihren Empfang. Ich freue mich sehr, heute bei Ihnen auf dem Bauernhof St\u00f6ckweid zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Es ist die erste Etappe meiner 1.-August-Tour. Gestartet habe ich meine Reise heute Morgen mit einer Zugfahrt aus Lugano. Beenden werde ich meine Tour de Suisse heute Abend in Lausanne. Als Bundespr\u00e4sident wollte ich dieses Jahr eine Reise quer durch die Schweizer Geschichte machen. Ich wollte symbolische Orte besuchen, die fr\u00fcher Zeugen von Krisen \u2013 aber vor allem auch \u2013 von Vers\u00f6hnungen waren. Damit m\u00f6chte ich zwei wichtigen Pfeiler unseres Landes hervorheben: unsere F\u00e4higkeit zum Ausgleich und unsere Zusammengeh\u00f6rigkeit. Diese Werte sollen uns auch heute inspirieren.<\/span><\/p>\n<h2><span class=\"font-377884\"><b>Kontext <\/b><\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-377884\">Zu Beginn meines Pr\u00e4sidialjahrs hofften wir auf ein baldiges Ende der Pandemie. Nach zwei Jahren Einschr\u00e4nkungen sehnten wir uns nach Normalit\u00e4t. Und tats\u00e4chlich: Im Februar sahen wir endlich Licht am Horizont. Das Virus ist zwar nicht verschwunden, aber wir haben gelernt, damit zu leben. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Unvorstellbar war hingegen, dass dieses Jahr der Krieg nach Europa zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Ein schrecklicher Krieg. Ein Krieg, der unfassbar viel Leid und Zerst\u00f6rung verursachen w\u00fcrde. Wer h\u00e4tte sich vorstellen k\u00f6nnen, dass in Europa Millionen von Frauen und Kindern auf der Flucht sein werden? Wer h\u00e4tte sich vorstellen k\u00f6nnen, dass Themen wie die Sicherheitspolitik in Europa, die Armee oder die Neutralit\u00e4t wieder die \u00f6ffentliche Debatte dominieren w\u00fcrden? Und wer h\u00e4tte gedacht, dass wir uns im Hochsommer vor Energieengp\u00e4ssen im Winter f\u00fcrchten? Bereits die Covid-Krise hatte schwerwiegende Konsequenzen: eine instabile Wirtschaftslage, unterbrochene Lieferketten, Verschuldung infolge staatlicher Interventionen und darauf basierend eine Inflation, die die Kaufkraft vieler Familien zu senken droht. All diese Herausforderungen hat der Krieg weiter versch\u00e4rft.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Die Welt, in der wir vor zweieinhalb Jahren gelebt haben, war wahrlich eine andere. Seit dem Ausbruch der Pandemie leben wir in einem anhaltenden Krisenmodus. Von einer Zeitwende zu sprechen, ist sicherlich nicht \u00fcbertrieben. Die Realit\u00e4t hat unsere Vorstellungskraft \u00fcbertroffen. Umso mehr freut es mich, dass wir heute den 1. August zusammen feiern k\u00f6nnen. Gerade auch, weil solche Krisen das Heimatgef\u00fchl st\u00e4rken. Es ist sch\u00f6n, in einem Land zu leben, wo Freiheit, Sicherheit, Frieden und Demokratie unser gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Heimat pr\u00e4gen. In einem Land, wo Vielfalt Reichtum heisst und nicht als Bedrohung verstanden wird. Auch wenn uns die Geschichte lehrt, dass diese Reise nicht immer eine einfache war. Aber genau diese Schweiz \u2013 eine Schweiz, die diese Reise erfolgreich gemeistert hat \u2013 m\u00f6chte ich mit Ihnen feiern.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_160334\" aria-describedby=\"caption-attachment-160334\" style=\"width: 682px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/festa-del-1-agosto-2022-discorso-del-presidente-della-confederazione-ignazio-cassis-a-knonau\/ignazio-cassis-durante-la-sua-allocuzione-a-knonau-ignazio-cassis-via-twitter\/\" rel=\"attachment wp-att-160334\"><img decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-160337\" src=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-durante-la-sua-allocuzione-a-Knonau-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-682x1024.jpg\" alt=\"Ignazio Cassis durante la sua allocuzione a Knonau @Ignazio Cassis via Twitter\" width=\"682\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-durante-la-sua-allocuzione-a-Knonau-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-682x1024.jpg 682w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-durante-la-sua-allocuzione-a-Knonau-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-200x300.jpg 200w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-durante-la-sua-allocuzione-a-Knonau-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-768x1152.jpg 768w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-durante-la-sua-allocuzione-a-Knonau-@Ignazio-Cassis-via-Twitter.jpg 853w\" sizes=\"(max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-160334\" class=\"wp-caption-text\"><span class=\"font-377884\">Ignazio Cassis, Bundespr\u00e4sident, bei seiner Rede auf dem Bauernhof St\u00f6ckweid in Knonau \u00a9 Ignazio Cassis via Twitter<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<h2><span class=\"font-377884\"><b>Konflikt und Vers\u00f6hnung <\/b><\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-377884\">Meine Damen und Herren<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Die Reise, die ich heute fr\u00fch in Lugano angetreten habe, soll uns daran erinnern, woher wir kommen und wo wir heute stehen. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass auch die Schweiz im Laufe ihrer Geschichte viele Krisen und Konflikte erlebt hat. Die Schweiz ist als Reaktion auf ihre m\u00e4chtigen, expansionistischen Nachbarn entstanden. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Unsere Vorfahren haben gek\u00e4mpft, um sich zu bewahren. Sie bildeten Allianzen, um st\u00e4rker zu sein und ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu verteidigen. Sie haben oft gewonnen, zuweilen aber auch die falsche Seite gew\u00e4hlt. Sie mussten und konnten verhandeln, um ihr Fortkommen und ihr Territorium zu sichern. Schon damals profitierte Europa von einer stabilen und sicheren Schweiz als Garantin der Verkehrs- und Handelswege, die das R\u00fcckgrat des Kontinents bilden. Ja, die geografische Lage ist ein wichtiger Schutzfaktor, aber sie ist nicht alles: Die Schweiz hat aus eigener Kraft die F\u00e4higkeit zur Selbstbehauptung und St\u00e4rke entwickelt, auf die sie noch heute z\u00e4hlen kann. Wir haben immer wieder einen Weg zur Vers\u00f6hnung gefunden. Zwei Beispiele aus der Geschichte, die sich nicht unweit von hier zugetragen habe, machen das deutlich.Ich habe nicht zuf\u00e4llig entschieden, in Knonau Halt zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"> Wir sind hier in der Gegend, die Schauplatz der beiden Kappelerkriege (1529\/1531) und sp\u00e4ter des Sonderbundkriegs (1847) war. Zwei Wendepunkte in der Geschichte der Schweiz, die unser Land ersch\u00fcttert haben. Wendepunkte aber auch, die die zerstrittenen Orte dazu bewogen haben, den Kulturkampf zu \u00fcberwinden und gemeinsam die moderne Schweiz zu gr\u00fcnden. Das war keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, wenn man sich die Kultur- und Mentalit\u00e4tsunterschiede vor Augen f\u00fchrt. Denken wir nur daran, dass die Tagsatzung 1847 \u2013 nicht ohne Diskussionen \u2013 beschloss, ausgerechnet einen Genfer zu entsenden, um diesen Konflikt zu l\u00f6sen. Der Name dieses Genfers? Henri Dufour.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Um Konflikt und Vers\u00f6hnung geht es auch bei meiner n\u00e4chsten Station \u2013 der Industrie- und Uhrenstadt Grenchen im Kanton Solothurn. Dort erinnern wir uns an die Arbeiterk\u00e4mpfe und den Landesstreik von 1918 \u2013 eine der gr\u00f6ssten politischen und sozialen Krisen unseres Bundesstaates. In Grenchen endete der Streik f\u00fcr drei Arbeiter t\u00f6dlich. Sie wurden von Soldaten erschossen. Als Folge dieser Zeit sozialer Spannungen wurde 1937 der Arbeitsfrieden geschlossen, der in der Schweiz eine identit\u00e4tsstiftende Bedeutung erlangt hat \u2013 wie auch die Neutralit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Diese Momente der Schweizer Geschichte erinnern uns daran, dass Frieden und Stabilit\u00e4t einen Preis haben. Sie k\u00f6nnen niemals als gesichert gelten. Sie zu bewahren, erfordert Einsatz und Dialog. Es ist mir wichtig, dass wir uns alle in diesen unsicheren Zeiten daran erinnern \u2013 insbesondere die jungen Menschen, die hier anwesend sind und von denen mich einige bereits seit Lugano begleiten. Ich bin \u00fcberzeugt, dass die Welt heute mehr \u00abSwissness\u00bb braucht. Ich engagiere mich auch als Aussenminister daf\u00fcr und vertraue darauf, dass Sie diese Werte mit viel Elan unterst\u00fctzen \u2013 heute und in Zukunft. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Weil ich zutiefst an die verbindende Kraft der Schweiz glaube, habe ich auch beschlossen, die Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine in unserem Land durchzuf\u00fchren. An der Seite von 40 L\u00e4ndern und 20 internationalen Delegationen haben wir uns Anfang Juli im Tessin f\u00fcr den Friedensprozess starkgemacht, und diesen mit der Unterzeichnung der Erkl\u00e4rung von Lugano konkretisiert. Zugegeben, wir stehen erst am Anfang eines komplizierten Prozesses. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, ehe die Waffen schweigen und wieder Stabilit\u00e4t nach Europa zur\u00fcckkehrt. Aber die Schweiz ist zur Stelle: Stark und entschlossen tragen wir diesen Elan mit und sind bereit, unsere Werte und unser diplomatisches Know-how auf der internationalen B\u00fchne einzubringen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"><a href=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/schweiz-geburtstag-2022\/\"><strong>Schweiz bereitet sich den Geburtstag zu feiern<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<h2><span class=\"font-377884\"><b>Werte und Vielfalt <\/b><\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-377884\">Liebe Anwesende <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Wie kann man die Schweiz im aktuellen Kontext feiern? Wie k\u00f6nnen wir in diesen Zeiten unseren Werten und der Vielfalt unseres Landes gerecht werden? <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Will man die Schweiz verstehen, muss man auf sie zugehen. F\u00fcr mich als Tessiner und f\u00fcr viele meiner Tessiner Landsleute dr\u00e4ngte sich dieser Schritt schon fr\u00fch auf. Nicht zuletzt wegen der \u2013 durchaus wundersch\u00f6nen \u2013 Gebirgsbarriere, die uns vom Rest des Landes trennt. Diese Barriere macht das Tessin zu einer einzigartigen Region in der Schweiz, sondert sie aber auch etwas ab. Und sie verlangt von uns zeitliche, sprachliche und kulturelle Anstrengung, um auf andere \u2013 auf Sie \u2013 zuzugehen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"> Ich m\u00f6chte heute aber nicht in erster Linie von der Anstrengung sprechen, sondern von der Verantwortung. Ich versp\u00fcre ein tiefes Bed\u00fcrfnis nach Einigkeit. Eine Zusammengeh\u00f6rigkeit, die gerade in der heutigen Zeit wichtig ist. Deshalb bedeutet mir meine 1. August Reise durch die Schweiz sehr viel.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Die Covid-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben auf unterschiedliche Art und Weise gezeigt, dass die Solidarit\u00e4t in einer Krise zunimmt. Die Abstandsregeln haben uns paradoxerweise n\u00e4her zusammengebracht, indem sie uns dazu gezwungen haben, mehr aufeinander zu achten. Und in gleicher Weise hat der Krieg in Europa eine grosse Welle der Hilfsbereitschaft ausgel\u00f6st. \u00abSelbst wenn sie uneins ist, h\u00e4lt die Schweiz zusammen.\u00bb Ein seltsamer Satz, werden Sie denken. Und doch zieht sich dieser Wille zur Vers\u00f6hnung durch die ganze Entstehungsgeschichte der Schweiz. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Zusammenhalten: Das ist das, was wir hier in unserem Land im Herzen Europas, dem Begegnungsraum von vier Sprachen und Kulturen, gelernt haben. Und das m\u00f6chte ich in diesem Jahr als Bundespr\u00e4sident feiern: unsere F\u00e4higkeit, miteinander zusammenzuleben und aufeinander zuzugehen. Und ich denke hier nicht nur an die Ferienzeit, in der viele von Ihnen unter den Alpen hindurch rauschen, um an der Tessiner Sonne wieder aufzutauchen. Ich denke an die Vielfalt, der wir in unseren Strassen, an unseren Universit\u00e4ten, Schulen, Arbeitspl\u00e4tzen und Wohnorten begegnen. Die Vielfalt, die wir zu Stosszeiten in den Bahnh\u00f6fen antreffen. Bahnh\u00f6fe, die in meinem Leben und meiner politischen Laufbahn eine zentrale Rolle spielen. Gerade die Bahnh\u00f6fe \u2013 diese Ankunfts- und Abfahrtsorte \u2013 waren w\u00e4hrend der Pandemie ein starkes Symbol daf\u00fcr, wie Covid unsere Gesellschaft zum Stillstand gebracht hat. Bahnh\u00f6fe sind Treffpunkte. Sie sind Knotenpunkte im Schienennetz, das uns miteinander verbindet.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"> Und dieses Jahr feiern wir zudem den 175. Geburtstag der Schweizer Bahnen. Die Eisenbahn ist die Visitenkarte einer modernen und effizienten Schweiz, die so stark vernetzt ist wie kaum ein anderes Land. Stellen Sie sich vor: Innerhalb weniger Stunden k\u00f6nnen Sie von einem entlegenen Walliser Seitental nach Mailand gelangen, und das praktisch ohne Wartezeit. Die Verbindungen funktionieren \u2013 auch wenn sie manchmal Opfer ihres Erfolgs werden. Diese extrem gute Erschliessung trotz des schwierigen Reliefs ist das Ergebnis einer Reihe von technischen und menschlichen Meisterleistungen im Laufe unserer Geschichte \u2013 von denen auch ich am heutigen Tag gerne profitiere.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"><a href=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/die-schweizerischen-bundesbahnen-feiern-175-jahre\/\"><strong>Die Schweizerischen Bundesbahnen feiern 175 Jahre<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_160338\" aria-describedby=\"caption-attachment-160338\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/festa-del-1-agosto-2022-discorso-del-presidente-della-confederazione-ignazio-cassis-a-knonau\/ignazio-cassis-a-knonau-visita-una-fattoria-ignazio-cassis-via-twitter\/\" rel=\"attachment wp-att-160338\"><img decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-160341\" src=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-a-Knonau-visita-una-fattoria-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-1024x682.jpg\" alt=\"Il Presidente della Confederazione Ignazio Cassis visita la fattoria St\u00f6ckweid \u00a9Ignazio Cassis on Twitter\" width=\"840\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-a-Knonau-visita-una-fattoria-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-a-Knonau-visita-una-fattoria-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-300x200.jpg 300w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-a-Knonau-visita-una-fattoria-@Ignazio-Cassis-via-Twitter-768x512.jpg 768w, https:\/\/swissfederalism.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Ignazio-Cassis-a-Knonau-visita-una-fattoria-@Ignazio-Cassis-via-Twitter.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-160338\" class=\"wp-caption-text\"><span class=\"font-377884\">Bundespr\u00e4sident Ignazio Cassis besucht den Bauernhof St\u00f6ckweid \u00a9Ignazio Cassis on Twitter<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<h2><span class=\"font-377884\"><b>Kultur und Modernit\u00e4t <\/b><\/span><\/h2>\n<p><span class=\"font-377884\">Liebe Anwesende <\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Die letzte Etappe meiner Bahnreise f\u00fchrt mich in die Westschweiz nach Lausanne, der Endstation meiner 1.-August-Tour. Lausanne, die \u00abcapitale olympique\u00bb der Waadt, die \u00fcber zwei Jahrhunderte unter Berner Herrschaft stand. Heute ist Lausanne ein Ort der Begegnung zwischen Stadt und Land, zwischen Tradition und Moderne.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"> Eine Gelegenheit, an die Worte eines ber\u00fchmten Waadtl\u00e4nders zu erinnern \u2013 nicht jene meines Kollegen Guy Parmelin, sondern jene von Jean-Pascal Delamuraz: \u00abLes Suisses s\u2019entendent bien car ils ne se comprennent pas.\u00bb Die Schweizer verstehen sich gut, weil sie sich nicht verstehen. Das stimmt ein bisschen, aber es ist nicht nur das. Ich denke, wir verstehen uns vor allem deshalb, weil wir alle stolz auf unsere Vielfalt und unsere Besonderheiten sind. Das Geheimnis unseres Zusammenlebens liegt in unserem gemeinsamen Stolz auf unsere Einzigartigkeit.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Den Beweis liefert meine abschliessende Frage: In welchem anderen Land k\u00f6nnte ein Pr\u00e4sident einen Zug nehmen, an einem Tag drei Sprachregionen besuchen und gemeinsam mit der Bev\u00f6lkerung den Geburtstag seines Landes feiern? Das ist Teil unserer Kultur. Das ist unsere DNA. Wir haben dieses Selbstverst\u00e4ndnis \u00fcber Generationen hinweg verinnerlicht. So sehr, dass uns das manchmal als selbstverst\u00e4ndlich erscheint. Aber wir sollten nie vergessen, woher wir kommen. Wir sollten nie vergessen, was f\u00fcr eine grosse Chance unsere Einzigartigkeit ist.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"font-377884\"> Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit, und w\u00fcnsche Ihnen einen sch\u00f6nen Nationalfeiertag. Es lebe die Schweiz!<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"font-377884\">Quelle: Admin.ch<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundespr\u00e4sident Ignazio Cassis (FDP) machte die erste Etappe seiner &#8222;Tour de Suisse&#8220; mit dem Zug in Knonau ZH auf dem Bauernhof St\u00f6ckweid und sprach dar\u00fcber, dass in der heutigen Welt nichts mehr selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":160345,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[309,295,319,211],"tags":[2169,844,1783,2168,2167,686,392,420],"class_list":["post-160352","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-highlights","category-schweiz","category-veranstaltungen","category-zeitschrift","tag-bauernhof","tag-eisenbahn-2","tag-geschichte","tag-lausanne","tag-nationalfeiertag","tag-schweiz-2","tag-zukunft","tag-zuerich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=160352"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160352\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":160355,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160352\/revisions\/160355"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/160345"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=160352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=160352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/swissfederalism.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=160352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}